Tarifabschluss chemische Industrie – 4,1 Prozent mehr

Die deutsche Wirtschaft liegt auf Wachstumskurs. Der Aufschwung ist robust, Wachstumsmotor ist die exportorientierte Industrie. Die Auftragsbücher sind voll, die Kapazitäten ausgelastet. Deutschland profitiert von der boomenden Weltwirtschaft, vor allem die Nachfrage aus den Schwellenländern China, Indien und Brasilien zieht stark an.

Peter Hausmann, im geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstand für die Tarifpolitik zuständig: "Wir haben hart gerungen, mussten so stark mobilisieren wie schon lange nicht mehr. Ohne die hervorragende Unterstützung in den Betrieben, ohne unsere Kundgebungen und Demonstrationen hätten wir dieses Ergebnis sicher nicht geschafft. Wir wollten eine Marke setzen, die es in diesem Jahr in der Tariflandschaft noch nicht gegeben hat. Dieses Ziel haben wir erreicht."

Einfach war es nicht – aber es hat sich gelohnt: Die Entgelte steigen um 4,1 Prozent, die Ausbildungsvergütungen werden einheitlich um 35 Euro angehoben. Der Chemie-Tarifvertrag 2011 steht. 550.000 Beschäftigte in der Branche haben kräftig mit für den Aufschwung gesorgt, deshalb hat die IG BCE einen Aufschwung-Vertrag angestrebt – und abgeschlossen.

Das Ergebnis im Einzelnen:

Die regionalen Tarifverträge werden wieder in Kraft gesetzt. Nach einem Monat steigen die Entgelte um 4,1 Prozent für 14 Monate. Die Ausbildungsvergütungen werden einheitlich um 35 Euro angehoben.

In Betrieben, die sich in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage befinden, werden die Entgelte unmittelbar mit Beginn der Laufzeit erhöht, also einen Monat früher. In Betrieben, die sich noch nicht vollständig von der Krise erholt haben, ist es wiederum möglich, die Anhebung der Entgelte um zwei weitere Monate zu verschieben. Eine Verschiebung ist in jedem Fall nur mit Zustimmung der Betriebsräte möglich.

Die Laufzeiten der Chemie-Verträge beginnen regional unterschiedlich: In den Tarifbezirken Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Hessen rückwirkend zum 1. März, in Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Berlin zum 1. April und im Saarland und in Nordost zum 1. Mai.

Außerdem haben sich IG BCE und Chemie-Arbeitgeber darauf geeinigt, das Förderprogramm "Start in den Beruf" fortzuführen und auszuweiten. Vor allem kleine und mittlere Betrieben sollen stärker einbezogen werden.

Tarifinformation vom 31. März 2011

 

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          Aktualisiert  am Montag, 25 April 2011